Rebecca Ann Tess - A Crime must be Committed -
English
Opening on April 2, 2011 at 7.00 pm
Exhibition from April 2 to May 28, 2011
Deutsch
Eröffnung am 2. April 2011 um 19.00 Uhr
Ausstellungsdauer: 2. April—28. Mai 2011
Wir freuen uns am 2. April 2011 um 19.00 Uhr unsere neuen Galerieräume in Berlin mit der zweiten Ausstellung von Rebecca Ann Tess zu eröffnen.
Die Videoinstallation A Crime must be Committed (2010) ist der zweite Teil einer dreiteiligen Serie, die sich mit dem historischen Wandel von Charakterinszenierungen in der europäischen und US-amerikanischen Kino- und
Fernsehgeschichte auseinandersetzt.
In A Crime must be Committed zitiert und verfremdet Tess genretypische Szenen des Crime und Detektivfilms – unter anderem aus dem Gangsterfilm der 1920er Jahre (Underworld, 1927), dem Film Noir (The Maltese Falcon, 1941), dem Neo-Noir Film (The Detective, 1968), dem Kriminalfilm/Thriller (Die Hard, 1988; Shaft, 1971 und 2000) und der zeitgenössischen Kriminalfilmserie (CSI, ab 2000) – und verfolgt so die historische Entwicklung der Figur des Detektivs und seine Beziehung zu dem Kriminellen sowie die Machtverhältnisse zwischen den Charakteren, welche sich im Laufe der Zeit verschieben. Das Video verweigert dabei die Chronologie, die sonst die
Geschichtsschreibung strukturiert, wobei die Spannung ebenso unaufgelöst bleibt wie der Kriminalfall. Der Loop lässt Anfang und Ende offen und je nachdem wann zu und wieder weggeschaut wird erscheint eine andere Variante der alten Geschichte von Räuber und Gendarm.
Angst ist nicht nur im Detektiv- und Kriminalfilm ein wichtiges dramaturgisches Element sondern taucht im Hollywoodfilm auch häufig dann auf, wenn es gilt das Zielpublikum aus weißen, männlichen Zuschauern in deren Identität zu bestätigen.
Verschiedene Situationen, in denen solche Ängste aufgerufen und abgewehrt werden, zeigt Tess in einer Reihe von Collagen, die hier nun erstmals gezeigt werden. Die Bilder sind auf Acrylglas gedruckt, so dass sie einerseits den
Hintergrund durchscheinen lassen und andererseits das frontale Licht die Schatten der Konstellationen auf die Galeriewände projiziert. In diesen Bildobjekten scheinen die Ursprünge des Films und der Fotografie, nämlich Celluloid wie auch das Glasnegativ, auf eigentümliche Weise mit den zeitgenössischen Präsentationsformen von Bildern auf flachen Monitoren verbunden. Es tauchen dabei Charaktere und Figurenkonstellationen auf, in die gesellschaftliche Ängste eingeschrieben wurden. Es sind Ängste, die zu Unterdrückung und Diskriminierung führen, die hier aber nun vervielfacht und ins Monströse überhöht ein Eigenleben in diesen rahmenlosen
Fenstern zur medialen Traumwelt entwickeln.
Für weitere Informationen oder Bildmaterial, wenden Sie sich bitte an die Galerie.
