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Mike Meiré - Köln Material

English

Opening on June 27, 2014 at 7.00 pm

Exhibition from June 28 to August 23, 2014

We are very happy to inaugurate on June 27 at 7 pm the exhibition Köln Material by Mike Meiré. Köln Material is the first exhibition of the Art Director and co-founder of Meiré and Meiré in a gallery for contemporary art in Germany. Meiré shows a group of seven objects and a series in three parts of silkscreens.

Whilst contemporary artists play since decades without hesitation with the patterns of commercial esthetics, excursions of so called advertisers in to the field of contemporary art generally cause suspicion, since their work is always stigmatized as unfree. Unfree, because the purpose of acting is only making money. Unfree, because the creativity is functionalized for external goals and unfree, because the field of acting is defined by others. 

In an interview Meiré mentioned about his method as an Art Director: "In each brand we see the potential of a parallel culture, which we try to bare." Looking at the evolution of Mike Meiré's œuvre in the field of contemporary art it seems, as if he was using this method for his own development. As if one could observe a successive disengagement from the familiar field, which leads to the expo/sure of basic structures of his interests.

The so-called "gridpaintings" (painterly transformations of his editorial re-design of the Neue Züricher Zeitung) were a first step to face up independently from it’s content with the painterly possibilities of the format and the material. In our exhibition in Berlin Meiré goes one step further. With the Köln Material Meiré seeks to reach out for the premises of his artistic approach. All objects shown in the exhibition were found in his Cologne neighborhood by chance and are showing traces of usage. They draw his attention by their colors, materials and their look and feel. 

The wall piece Rosa Relief is a 126 x 62 cm large and 12 cm thick board of Styrofoam, which is broken transversal on the upper end. The surface is marked by numerous imprints with varying depth. Installed at a wall the casual traces appear as a decipherable imagery. Some of the dented forms can be read as negative forms of concrete objects, some as actively formed holes, others seem to be accidental destructions of the porous material.

Despite of the artificial impact of the material the variety of the shapes and holes seduces the viewer to touch the work to conceive it also in its spatial dimension.

In contrast the work Weißes Relief (85 x 55,5 x 13 cm) appears much more hermetic, even though it seems to be Styrofoam as well. Only when looking closer at the clearly structured three-dimensional form one recognizes, that it is not the original material but an Acrystal cast of the alleged found object.

The accidental traces appear here only very reduced, while the main impression is defined by the steady rhythm of the approx. eight centimeter deep, vertical combs, whose compelling nature is interrupted only by the irregular edge on the right side of the piece.

The work Eimer I shows a chimera of two different basic forms, which he put together to a new shape with a provisional tape. The forms are the unequal halfs of one round and one angular plastic bucket.  But the grey and the black form only seem to be unequal, since the cutting edge Meiré chose makes the surprising resemblance of the two cross sections visible.

Like in the other works described above Meiré is not only interested in the consistency of the material, more than that he is interested in the shape of the empty space, which the form is creating, or to say it in another way in the negative sculpture, which becomes visible through the absence of material. 

In particular theses vacancies are what interests Meiré of the Köln Material.

These forms, traces and injuries, which always manifest the acting of men on the material, some caused by an artistic will, others caused just by an immediate physical impact.

The works exhibited make also evident, that one main interest of Meiré is a very carefully regard at the existing Gestalt independent of the field he is working in.

It is his aim to find an openness in his look, to view without recognizing. In our exhibition he makes the ideas, which he generates by this indifferent view visible for everybody through subtle interventions.

 

For further information, please contact the gallery

Deutsch

Eröffnung am 27. Juni 2014 um 19.00 Uhr

Ausstellungsdauer: 28. Juni—23. August 2014

Wir freuen uns, am 27. Juni um 19.00 Uhr die Ausstellung Köln Material von Mike Meiré zu eröffnen. Köln Material ist die erste Ausstellung des in Köln lebenden Art Directors von Meiré & Meiré in einer Galerie für zeitgenössische Kunst in Deutsch­land. Meiré zeigt eine Gruppe von sieben Objekten und eine dreiteilige Serie von Sieb­drucken.

Bedienen sich zeitgenössische Künstler schon lange ohne zu zögern aus dem An­gebot der kommerziellen Ästhetik, werden Ausflüge von sogenannten "Werbern" in die Sphäre der zeitgenössischen Kunst grundsätzlich mit großem Argwohn betrach­tet, denn ihren Werken haftet das Stigma unfrei an. Unfrei, weil der Zweck ihres Han­delns nur das Geldverdienen ist. Unfrei, weil die Kreativität für die Ziele eines Auftrages funktionalisiert, bzw. weil der Handlungsrahmen von Dritten definiert wird.

In einem Interview hat Meiré über seine Arbeitsweise als Art Director gesagt: "In je­der Marke schlummert für uns das Potential einer eigenen Parallelkultur, die es her­aus­zuschälen gilt." Betrachtet man die Entwicklung des Werkes von Mike Meiré in der Freien Kunst erscheint es, als ob er diese Vorgehensweise auf sich selbst an­wen­dete. Als ließe sich eine sukzessive Loslösung von vertrautem Terrain ver­fol­gen, die in der Entblößung – vergleichbar mit dem Herausschneiden einer Skulptur aus einem Marmorblock – einer Grundstruktur seines Interesses mündet.

Die sogenannten Gridpaintings (malerische Transformationen des Editorial Designs der NZZ) waren ein erster Schritt, sich unabhängig von den Inhalten mit den male­ri­schen Mög­lichkeiten des Formates und des Materiales auseinanderzusetzen. Im Ver­gleich dazu geht Meiré mit den in Berlin gezeigten Arbeiten einen Schritt weiter. Er versucht an Hand von gefundenen Materialien zu den Prämissen seines gestal­te­ri­schen Handelns vorzudringen. Das in der Ausstellung gezeigte Köln Material sind alles Objekte, die Meiré in seiner unmittelbaren Umgebung zufällig gefunden hat. Es sind von Gebrauchsspuren gezeichnete Gegenstände, deren Farbigkeit, Material oder Haptik ihn intuitiv interessierten.

Die Wandarbeit Rosa Relief ist eine 126 x 62 cm große und 12 cm dicke an der obe­ren Kante schräg abgebrochene Schaumstoffplatte, deren Oberfläche von zahl­rei­chen Abdrücken in unterschiedlicher Tiefe gezeichnet ist. An einer Wand in­stalliert er­scheinen die zufälligen Spuren als eine dechiffrierbare Bildsprache. Man­che der eingedrückten Formen lassen sich als Negativform eines konkreten Objektes lesen, manche als bewusst mit der Hand geformte Löcher, andere erscheinen als zufällige Zerstörungen des porösen Materials. Trotz der Künstlichkeit des Materials verlockt die Vielfalt der Formen und Löcher den Betrachter dazu, die Arbeit zu berüh­ren, um sie auch in ihrer räumlichen Dimension zu erfassen.

Dagegen wirkt die Arbeit Weißes Relief (85 x 55,5 x 13 cm) viel hermetischer, obwohl sie ebenfalls aus Styropor zu sein scheint. Erst bei näherer Betrachtung der durch ver­tikale Rasterung klar strukturierten, dreidimensionalen Form erkennt man, dass es sich nicht um das Originalmaterial, sondern um einen Acrystal-Guß des vermeintlichen Fundstückes handelt. Die zufälligen Spuren auf der Oberfläche tauchen hier nur sehr reduziert auf, während der zentrale Eindruck von dem gleichmäßigen Rhythmus der vertikalen, etwa 8 cm tiefen, rechteckigen Waben bestimmt wird, deren Stringenz erst durch die ungleichmäßige Abbruchkante am rechten Bildrand beendet wird.

Die Arbeit Eimer I zeigt eine Chimäre von zwei verschiedenen Grundformen, die er mit provisorisch erscheinendem Kreppband zu einer neuem Form zusammengefügt hat. Es sind die zwei ungleichen Hälften eines runden und eines rechteckigen Pla­stik­eimers. Die graue und die schwarze Form sind aber nur scheinbar ungleich, denn die von Meiré gewählte Schnittkante macht die überraschende Ähnlichkeit beider Quer­schnitte sichtbar.

Wie auch bei den zuvor beschriebenen Werken interessiert sich Meiré hier nicht nur für die Beschaffenheit des Materials, sondern vor allem für die Form des leeren Rau­mes, die es umschreibt, oder anders gesagt für die negative Skulptur, die durch die Abwesenheit von Material sichtbar wird. Es sind gerade diese Leerstellen, die das Köln Material für Meiré interessant machen. Diese Formen, Spuren oder auch Verlet­zungen, die immer ein Wirken des Menschen am Material zeigen, unabhängig ob durch einen gestalterischen Willen oder eine unmittelbare körperliche Berührung.  

Die in der Ausstellung gezeigten Arbeiten machen aber auch deutlich, dass es für Meiré unabhängig von seinem Betätigungsfeld zunächst um ein sehr genaues Be­trachten der bereits existierenden Gestalt geht. Darum, eine Offenheit im Blick zu erlangen, ein Schauen ohne Erkennen. Die Ideen, die er durch diesen interesselosen Blick gewinnt, macht er in unserer Ausstellung durch die minimalen Eingriffe an sei­nem Köln Material für jeden sichtbar. In seiner Arbeit als Art Director ist es die oben zitierte Parallelkultur, die er versucht aus einer Marke herauszuschälen.

 

Für weitere Fragen und / oder Bildmaterial wenden Sie sich bitte an die Galerie.

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Mike Meiré
Köln Material
Installation view
June 28 - August 23, 2014
Figge von Rosen Galerie Berlin
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Mike Meiré
Köln Material
Installation view
June 28 - August 23, 2014
Figge von Rosen Galerie Berlin
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Mike Meiré
Rosa Relief
2013
Foamed material, dirt, work traces
126 x 62 x 12 cm
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Mike Meiré
Weißes Relief
2014
Acrystal
85 x 55,5 x 13 cm
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Mike Meiré
Sex III
2014
Silk screen print
102 x 72 cm
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Mike Meiré
Sex II
2014
Silk screen print
102 x 72 cm
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Mike Meiré
Sex I
2014
Silk screen print
102 x 72 cm
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Mike Meiré
Sex III
2014
Silk screen print
102 x 72 cm
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Mike Meiré
Gelbes Relief
2010
Foamed material, dirt, work traces
105 x 60 cm
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Mike Meiré
Riemen 123456
2014
Carrying strap
70 x 12 cm each
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Mike Meiré
13 Platten
2014
Zement
64,5 x 40 x 40 cm
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Mike Meiré
Eimer I
2013
Plastic bucket with tape
29 x 30 x 42 cm
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Mike Meiré
Eimer II
2013
Unburned clay
30 x 27 x 40 cm
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Mike Meiré
Form, gebogen
2013
Bronze
47 x 30 cm
series of 5 unique works
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Mike Meiré
Werkhandschuh
2014
Polished bronze
21 x 12 x 9 cm